Warum ein Galgomarsch?
Im September beginnt die neue Jagdsaison in Spanien und genau zu diesem
Zeitpunkt soll auf die Ausbeutung von zehntausenden Hunden aufmerksam
gemacht werden.
Jedes Jahr werden in Spanien massenhaft Galgos, Podencos und andere
Jagdhunde gezüchtet und für die Jagd abgerichtet. Bei diesem Wettkampf
werden Galgos im offenen Gelände auf Hasen oder andere Tiere losgelassen
– der schnellste gewinnt und bringt seinem Besitzer Ruhm und Profit. Es
zählt nur die Leistung, wodurch die Jagdhunde allein als Werkzeuge
betrachtet und nach Ablauf ihrer Jagdtauglichkeit wie Abfall aussortiert
werden. Schätzungen zufolge werden jedes Jahr mehr als 50.000 Tiere
getötet. Viele werden ausgesetzt, verletzt zurückgelassen oder in
Auffangstationen abgegeben. Sie werden erschossen, in Brunnen geworfen
oder an Bäumen erhängt. Die Aussortierung beginnt dabei bereits bei der
Geburt.
Ein spanisches Tierschutzgesetz sollte 2023 diesen Praktiken ein Ende
setzen. Allerdings werden Jagdhunde und Hunde, die zu Dienstzwecken
eingesetzt werden, nicht von diesem Gesetz geschützt. Das Schicksal
dieser Tiere ist weiterhin der Willkür der Jäger ausgeliefert. Es ist
der deutliche Einfluss der Jagdlobby, der entscheidend dazu beigetragen
hat, dass der Schutz diese Tiere nicht mit einbezieht.
Der Galgo steht beim Galgomarsch stellvertretend für all jene Hunde, die
Opfer dieser „Sportart“ sind. Gefordert wird ein Ende der Jagd mit
Hunden, die rechtliche Gleichstellung aller Tiere und eine Anpassung des
Tierschutzgesetzes. Nur durch öffentliche Aufmerksamkeit und politischen
Druck kann es gelingen, diese grausame Tradition zu beenden.
Links zum Informieren
Lesenwerte Artikel zum Thema gibt es zum Beispiel im Veto-Magazin:
ARTE-Dokumentation:
Re: Die Qualen der spanischen Windhunde
Auch in anderen Städten finden Galgomärsche statt.
Hier findest du eine Übersicht.